Für den Touristen

Schutzpatron der Stadt

Johannes von Nepomuk - Schutzpatron der Beichtväter und Bekenntnisse, des öffentlichen Glaubens und des Schweigens als Tugend. Ihm wird die Kraft zugeschrieben, Ertrinkende zu retten, weshalb er auch der Schutzpatron der Müller, Seeleute, Ruderer und Brückenbauer ist. Seit 2001 ist er auch für Jastrzębie-Zdrój zuständig.
Jan Welfin, so der richtige Name unseres Schirmherrn, ist ein Nachfahre deutscher Kolonisten. Er wurde 1348 in Pomuk (dem heutigen Nepomuk) bei Prag geboren. Er wurde Seminarist und dann Pfarrer in einer der Prager Kirchen. Dank seiner Studien (zunächst in Prag und dann in Padua) wurde er Doktor des Kirchenrechts und später Stellvertreter des Prager Erzbischofs.
Nepomucen starb in genau dieser Funktion. Der damalige König Wenzel IV. von Luxemburg geriet in Konflikt mit dem Erzbischof. Auf seinen Befehl hin wurde der Weihbischof 1393 verhaftet und gefoltert und anschließend in die Moldau geworfen. Eine andere, leider unbestätigte Version dieser Ereignisse besagt, dass Johannes bei der Verteidigung des geheimen Geständnisses von Königin Sophie selbst starb. König Wenzel IV. soll so eifersüchtig auf das gewesen sein, was sein Beichtvater über seine Frau wusste, dass er befahl, ihn zu töten und in einen Fluss zu werfen. Die Legende besagt, dass die Moldau nach diesem Ereignis kurzzeitig austrocknete. Unmittelbar nach seinem Tod wurde Nepomuk als Märtyrer verehrt und seine sterblichen Überreste wurden in den Prager Veitsdom überführt.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden die sterblichen Überreste von Johannes von Nepomuk für den Seligsprechungsprozess ausgegraben. Zur Überraschung aller stellte sich heraus, dass seine Zunge auch nach fast 300 Jahren noch sehr gut erhalten ist. Die Menschen hielten dies für ein Wunder und einen Beweis dafür, dass das Beichtgeheimnis bis zum Schluss gewahrt worden war.
In der Gegend von Jastrzębie-Zdrój wurde Johannes von Nepomuk bereits im 17. Jahrhundert verehrt, noch vor seiner Seligsprechung. Schon damals tauchte ein Gemälde mit seinem Konterfei in der Kirche von Ruptava auf. Bereits im 18. Jahrhundert stand auf dem Gelände der Stadt eine Kapelle mit einer Steinstatue.
Heute gibt es in der Stadt zahlreiche erhaltene Spuren dieses Kultes, unter anderem: Eine Rokokokapelle aus dem 18. Jahrhundert (Szeroka), eine Statue des Heiligen in Bzie beim Friedhof, eine Backsteinkapelle aus dem 19. Jahrhundert in Moszczenica (hier findet jedes Jahr am 21. Mai ein Gottesdienst zu Ehren des Heiligen statt), eine mehrfarbige Holzstatue in der Kirche des Unbefleckten Herzens der Jungfrau Maria in Ruptawa und eine weiß getünchte Backsteinkapelle in Cisówka - leider befindet sich darin keine Statue des Heiligen mehr.
Der Schutzpatron unserer Stadt wird in der Regel im Gewand eines Priesters dargestellt, der ein Kreuz hält und oft die Handfläche oder den Finger eines Märtyrers an die Lippen führt, um das Geheimnis der Beichte zu symbolisieren. Sein Attribut ist ebenfalls ein Heiligenschein mit fünf Sternen.
Im Jahr 2009 wurde eine Straße in unserer Stadt nach dem Heiligen Johannes von Nepomuk benannt.